Hegegemeinschaft Sikawild Weserbergland

Protokoll der Mitgliederversammlung vom 01.12.2011 der Hegegemeinschaft Sikawild Weserbergland

 

TOP 1 Begrüßung

Der 1. Vorsitzende, Egbert Diehl, eröffnet um 19.30h die Versammlung im Hotel Kuhn und begrüßt die Anwesenden. Insbesondere begrüßt er den Jagdberater des Kreises Höxter, Herrn Walter Rose  sowie den Vorsitzenden der Kreisjägerschaft Herrn Gerhold und den Hegeringleiter Herrn Claus Knipping.  Bürgermeister Haase und Herr Finke von der Stadt Beverungen haben sich entschuldigt. Die Untere Jagdbehörde ist nicht vertreten.

Es sind 24 stimmberechtigte Mitglieder anwesend.

Da nicht genügend Revierinhaber anwesend sind, wird die Versammlung satzungsgemäß geschlossen und erneut eröffnet.Die Versammlung ist damit beschlussfähig.

TOP 2 Verlesung des Protokolls der letzten Versammlung

Der Schriftführer Wolfgang Gröper verliest das Protokoll vom 04.03.11. Das Protokoll wurde nicht beanstandet.

TOP 3 Rückblick des 1. Vorsitzenden auf 2010/11

Herr Diehl berichtet über die Tätigkeit des Vorstandes seit der Jahreshauptversammlung, die sich sehr wesentlich mit der Abschuss-Freigabe  der Unteren Jagdbehörde beschäftigten musste, weil die ursprüngliche Freigabe, die sich an den von der Hegegemeinschaft gemachten Vorschläge orientierte, durch ein Schreiben des Abteilungsleiters Dr. Drathen geändert wurde. Bemerkenswert sei, dass der Brief 3 Tage nach dem regulären Freigabeschreiben verfasst worden sei. In dem Brief werde als Grundlage für die Änderung der gesonderte Antrag der Herren Böhner und Mertens genannt, der erst einen Tag nach der Sitzung des Kreisjagdbeirates am 19. April 2011 eingegangen sei. Herr Diehl erklärt, dass er die zeitliche Abfolge der Briefe erstaunlich fände und der Eindruck entstünde, dass die Behörde zunächst so getan habe, als ob sie den vorher auch mit allen Beteiligten, namentlich u.a. mit dem Jagdberater des Kreises und dem Forstamt Hochstift, abgestimmten Vorschlag folgen wolle; 3 Tage später aber die durchdachte Konzeption des ursprünglichen Vorschlages  in Frage gestellt habe; bemerkenswert sei auch, dass der Brief nicht von dem vertrauten Sachbearbeiter sondern von Dr. Drathen geschrieben worden sei.

Im folgenden Zeitraum sei dann ein zusätzlicher Antrag der Herren Böhner und Mertens auf Freigabe von 3 weiteren Hirschen eingegangen. Auf die zeitlichen Besonderheiten wolle er nicht eingehen, er habe im Namen des Vorstandes aber der Freigabe widersprochen.

Herr Rose teilt mit, dass die Untere Jagdbehörde den beiden Herren schriftlich mitgeteilt habe, dass sie einen Hirsch zusätzlich frei hätten und dass die Freigabe eines zusätzlichen 2 Hirsches in Aussicht gestellt wurde; außerdem habe die Behörde vor, die beiden Revieren entgegen der ursprünglichen Festlegung auch an dem Gruppenabschuss der männlichen Stücke zu beteiligen. Herr Diehl erklärt, dass er das Schreiben nicht kenne und dass damit die Rolle der Sikahegegemeinschaft nach § 8 des Landesgesetzes aus seiner Sicht nicht hinreichend respektiert werde.

Herr Rose spricht die Kritik an der Arbeit der unteren Jagdbehörde an. Er verteidigt als Kreisjagdberater die Arbeit der Unteren Jagdbehörde und deren Beschlüsse, an denen er mitgewirkt habe. Die Untere Jagdbehörde in Höxter sei auch nach der Ansicht von Herrn Uber, dem Leiter des Forstamtes Hochstift, bekannt dafür, dass sie Probleme löse. Herr Diehl akzeptiert ausdrücklich diese Erklärung, bleibt aber bei seiner Darstellung der oben genannten Details.

Herr Diehl berichtet der Versammlung weiter, dass  die Stadt Beverungen die Erweiterung des Wirtschaftsgebietes erneut angesprochen hatte. Es erscheint aber z.Zt. nicht sinnvoll und erfolgversprechend zu sein, die Erweiterung jetzt zu forcieren.

Durch die Agenda 21 ergibt sich eine klare Fürsprache für den Erhalt des Sikabestandes.

Frau Dr. Lutz von der Wildforschungsstelle Bonn wird durch einen entsandten Berufsjäger Proben von der Sikastrecke anlässlich der Jagd bei Herrn Böhner entnehmen um genetische Untersuchungen durchzuführen. Herr Diehl dankt Herrn Böhner für seine Mitwirkung bei den Vorbereitungen für die Untersuchungen der Forschungsstelle. Herr Diehl berichtet, dass er Frau Dr. Lutz den Vorschlag per Mail gemacht habe, anlässlich unserer Mitgliederversammlung im Frühjahr über ihre Erkenntnisse zu berichten.

Herr Diehl fragt Herrn Böhner, ob in seinem Revier Vergrämungsmittel eingesetzt werden. Herr Böhner weist dieses ausdrücklich zurück. Herr Diehl hebt nach Kritik von Herrn Hake hervor, dass er unbegründete Gerüchte gern auf diesem Wege beseitigen wolle. Die Antwort von Herrn Böhner sei daher eine hilfreiche Klarstellung. Herr Böhner informiert über eine Rübenfütterung in einem Nachbarrevier, die nach seiner Intervention aber umgehend beseitigt worden sei.

TOP 4 Feststellung der getätigten Abschüsse

 In den Gruppen wurden folgende Abschüsse getätigt:

 Gruppe 1  Eisberg/West und Hohenstein

Hirsch Kl.1   Hirsch Kl 2  Hirsch Kl3 Hirschkalb Alttier Schmaltier Wildkalb Gesamt

           1               1            1                     1            1            3          8

Gruppe 2  Eisberg/Ost, Wandelsberg, Selsberg, Corvey und Blankenau

Hirsch Kl.1   Hirsch Kl 2  Hirsch Kl3 Hirschkalb Alttier Schmaltier Wildkalb Gesamt

                                       2                         1         1                          4

Gruppe 3  alle übrigen Reviere des Bewirtschaftungsgebietes

Hirsch Kl.1   Hirsch Kl 2  Hirsch Kl3 Hirschkalb Alttier Schmaltier Wildkalb Gesamt

                                                                 1                        1            2

Es wird festgestellt, dass zu wenig weibliches Wild erlegt worden ist, was zum Teil darauf zurück zu führen ist, dass noch einige Gesellschaftsjagden ausstehen.

Die Gruppenfreigabe solle wie geplant durchgeführt werden; die Behörde habe vor, dies erneut schriftlich zu bestätigen, obwohl die Freigabe bereits in dem Schreiben der Behörde vom 16. Mai 2011 verfügt sei.. Die Voraussetzung des Abschusses der weiblichen Stücke wurde von der Gruppe III ( Randreviere ) bereits erfüllt. Die Gruppen I und II bemühen sich in den kommenden Gesellschaftsjagden bzw. Jagdtagen entsprechende Stücke zu erlegen. 

TOP 6 Zähljagd am 04.02.12

Herr Diehl appelliert an alle Reviere, an der Zähljagd teilzunehmen und exakt zu zählen. Die Formulare sollen in der bisherigen Form wieder eingesetzt werden.

Herr Böhner kündigt an, dass in der Gruppe 1 keine Zähljagd durchgeführt wird.

Herr Böhner erklärt, dass er die vorherige Zähljagd 2009 als einziges Revier ordnungsgemäß durchgeführt habe, er habe auch Kommunalpolitiker zur Zähljagd eingeladen, um sie für das Problem Sikawild zu sensibilisieren. Herr Diehl macht Herrn Böhner darauf aufmerksam, dass die Reviere Eisberg West und Hohenstein nicht gleichzeitig sondern nacheinander gezählt worden seien.

C.A. Schübeler betont, dass 2009 nur Reviere außerhalb des Bewirtschaftungsgebietes nicht gezählt hätten, alle anderen Reviere hätten gezählt und ordnungsgemäß Meldungen bei ihm eingereicht; nur eine gleichzeitig von allen Revieren durchgeführte Zähljagd mache Sinn. Wenn zwei der Kernreviere nicht teilnehmen, haben die ermittelten Bestände keine Aussagekraft.

Auch die Herren Rose und Gerhold betonen, dass die Zähljagd für die Ermittlung des Bestandes und damit als Grundlage für eine mittelfristige Bestandsentwicklung bzw. Abschussfreigabe unverzichtbar sei.

Herr Schübeler berichtet, dass er im Rahmen einer Sitzung des Rates der Stadt Beverungen auf den Termin der Zähljagd mit der Bitte hingewiesen habe, dass sich Ratsmitglieder beteiligen sollten. Er werde diese Einladung in einer der nächsten Sitzungen wiederholen. Herr Diehl sagt, dass Mitglieder des Rates der Stadt auch bei ihm herzlich willkommen seien.

Herr von Köckritz sagt, dass er keine Zähljagd durchführt, wenn in der Gruppe 1 nicht gezählt wird.

Herr Böhner erklärt daraufhin, dass er  die Zähljagd mitmachen würde; er müsse dies aber  mit seinem Jagdkollegen absprechen, er könne daher heute keine definitive Zusage geben.

Herr Ewen erinnert noch mal an das Zustandekommen der Zähljagd und deren Notwendigkeit.

Herr Diehl erklärt, dass eine Zähljagd ohne die beiden Reviere der Herren Böhner und Mertens zu weniger zuverlässigen Ergebnissen führen werde. Dennoch müsse man in einem solchen Fall den Bestand im Rahmen der bekannten Regeln nach der Reproduktion der letzten Jahre errechnen, von diesem Ergebnis müsse man dann die plausibel gemachten Ergebnisse aller anderen Reviere abziehen und dann den Restbestand den beiden Revieren zurechnen. Auch wenn dieses Ergebnis nicht gewollt werde, könne man sich so behelfen; die Zähljagd würde daher auf jeden Fall Sinn machen.

Herr Böhner erläutert noch mal den Bestand in den beiden Revieren und stellt fest, dass er nie behauptet habe, 80 % des Bestandes würden in den beiden Revieren stehen. Er macht darauf aufmerksam, dass das Sikawild in den beiden Revieren tagaktiv sei und man daher zuverlässige Beobachtungen machen könne. So bittet er Herrn Knipping zu berichten, wie sein Eindruck bei einer Revierfahrt während der Brunft gewesen sei. Herr Knipping berichtet daraufhin, dass er tatsächlich größere Sikarudel gesehen habe, in einem Fall habe er aus dem Auto 5 Hirsche der Klasse I feststellen können. In einem weiteren Fall seien es 2 Hirsche der Kl. I gewesen.

Herr Böhner bezweifelt die Richtigkeit der Abschussfreigabe aller übrigen Reviere, die bei einem von ihm angenommenen Bestand von ca. 30 Stück Sikawild eine Gesamtfreigabe von 19 Stück erhalten hätten.

Herr Diehl erklärt, dass er zunächst die Zahlen von Herrn Böhner nicht nachvollziehen könne, da er vorher berichtet habe, dass allein in den Revieren von Herrn von Köckritz und dem Revier Corvey bei der zeitgleichen  Jagd am 19.11.2011 25 bis 30 Stück Sikawild vorgekommen seien. In anderen Revieren der Gruppe II sei aber auch regelmäßig Sikawild beobachtet worden, auch habe z. B. Herr Knipping berichtet, dass er in seinem Revier der Gruppe III während der Brunft auch regelmäßig einen Hirsch mit 7 Stück Kahlwild beobachten konnte.

Herr Diehl erklärt weiter, dass die Freigabe für die Randreviere den gemeinsam beschlossenen  Zweck verfolge, diese Reviere einzubinden und zu einer Mitwirkung in der Hegegemeinschaft und zu einem Beitrag bei der Erfüllung der Abschußregeln zu motivieren.

Die spätere Gruppenfreigabe, die früher auch schon mal ab dem 1. November gegolten habe, solle ja dann zur Erfüllung des Gesamtabschusses führen. Das habe sich bewährt, es sei ja auch nicht so, dass in der Vergangenheit der Abschuß regelmäßig nicht erfüllt worden sei.

Herr Wederhake hebt hervor, das den Randrevieren schon immer Abschüsse freigegeben worden seien, die normaler nicht erfüllt werden können, damit die Randreviere bei Vorkommen auch ein Stück Sika erlegen können.

Herr Schilling äußert, dass nach seiner Kenntnis die Untere Jagdbehörde auch eine Zähljagd anordnen könne.

Die Zähljagd soll wie bisher von 10:30 bis 12:30 Uhr durchgeführt werden. Es werden die von Herrn Gröper ausgedruckten Zählzettel verteilt, die nach der Zählung bei Herrn Diehl im Forsthaus Lau in Amelunxen abzugeben sind. (Das Hotel Kuhn konnte für das Datum keinen Raum zur Verfügung stellen.) 

TOP 7 Sonstiges 

Herr Diehl erklärt dass der Vorstand zu diesem TOP nur die Bitte habe, dass die Mitglieder doch möglichst Email-Adressen an Herrn Gröper bekannt geben sollten. Häufig könne man Adressen von Kindern oder auch Enkeln nutzen. Die Arbeit des Vorstandes und die Kommunikation unter den Mitgliedern könne so verbessert und kostengünstiger gestaltet werden.

Herr Rose appelliert an den Hegering, die freiwillige Arbeit zum Wohle des Sikawildes fortzuführen, da der Hegegemeinschaft sonst eine „Körperschaft öffentlichen Rechts“ übergestülpt würde, was zu erheblichen Nachteilen führen würde.

Herr Gerhold berichtet über die vorbereitenden Beratungen zum neuen Jagdgesetz in NRW in einem Arbeitskreis, in dem eine Gruppe den Vorschlag gemacht habe, für u.a. das Sikawild keine jagdbaren Zeiten mehr vorzusehen. Er ergänzt die Bemerkung von Herrn Rose dahingehend, dass der Plan diskutiert werde, die Hegeringe als Körperschaft des öffentlichen Rechts unter Mitwirkung der Grundstückseigentümer/Jagdgenossenschaften auszurichten.

Von einer solchen Gestaltung könne man nur abraten. Herr Diehl  schließt sich dieser Auffassung an und ergänzt, dass auch nach dem bisherigen Landesjagdgesetz ein Hegering als Köperschaft des öffentlichen Rechts angeordnet werden könne, dies aber nur dann, wenn eine freiwillige Gründung nicht zustande käme. .

Nach dem keine Wortmeldungen mehr vorlagen, schließt Herr Diehl mit Dank an alle Beteiligten die Versammlung um 21,35 h.