Hegegemeinschaft Sikawild Weserbergland

Protokoll der Mitgliederversammlung vom 08.03.12
der Hegegemeinschaft Sikawild Weserbergland

TOP 1 Begrüßung

Nach der Begrüßung durch die Bläser eröffnet der1. Vorsitzende, Egbert Diehl, um 19.30h die Versammlung im Hotel Weserblick in Blankenau und begrüßt die Anwesenden. Insbesondere begrüßt er den Jagdberater des Kreises Höxter, Herrn Walter Rose, den Hegeringleiter Herrn Claus Knipping sowie Bürgermeister Haase und Herrn Finke.
Es sind 24 stimmberechtigte Mitglieder und 11 Gäste anwesend, unter anderem Herr Carsten Hupe, Herr Schmidt, Herr Müller und Herr Meinolf Winkelheide. Die Versammlung ist mit der Anwesenheit der Gäste einverstanden.
Da nicht genügend Revierinhaber anwesend sind, wird die Versammlung gem. § 7 Abs. 3 der Satzung geschlossen und erneut eröffnet.
Die Versammlung ist damit beschlussfähig.

Vor Eintritt in die weitere Tagesordnung bittet Herr Diehl die Versammlung um Zustimmung zur Aufnahme der beiden Herren Ludwig Becker und Günter Wieners in die Sikahegegemeinschaft. Die Aufnahme der genannten Herren wird einstimmig beschlossen.

TOP 2 Verlesung des Protokolls der letzten Versammlung

Der Schriftführer Wolfgang Gröper verliest das Protokoll vom 01.12.2011.
Das Protokoll wurde nicht beanstandet.


TOP 3 Rückblick des 1. Vorsitzenden auf 2011/12

Im vergangenen Jagdjahr waren insgesamt 37 Stück Sikawild, inkl. der Nachgenehmigung für einen Hirsch in der Gruppe I, freigegeben, davon wurden 35 Stück erlegt.
Gruppe I insgesamt 20 Stück Wild bei 18 Freigaben und 2 Hirsche aus dem Gruppenabschuß
Gruppe II insgesamt 11 Stück bei 13 Freigaben
Gruppe III insgesamt 4 Stück bei 6 Freigaben
Bei den weiblichen Stücken wurden 23 statt 22 Stück ( Freigabe einschl. 50 % der Kälber ) erlegt. Dies ist auf den hohen Anteil an weiblichen Stücken beim Kälberabschuss zurückzuführen. Dies wirkt sich positiv auf das Geschlechtsverhältnis aus.
Um den Abschuss von weiblichem Wild zu forcieren, erinnert Herr Diehl noch einmal an die Durchführung von revierübergreifenden Gesellschaftsjagden. Nur so kann der gewünschte Abschuss zur richtigen Zeit und im Interesse aller Jäger im Bewirtschaftungsgebiet erfüllt werden.


TOP 4 Kassenbericht

Der Kassierer Herr Süring berichtet von der Kassenprüfung, die die Herren Hermann Kaiser und Detlev Dragan am 06.03.2012 durchgeführt haben.

Der Anfangsbestand betrug 3.384,99 €
Die Einnahmen betrugen 492,-- €
An Ausgaben für Porto, Internet und IGS Beitrag wurden 382,85 € benötigt.
Somit ergibt sich ein Endbestand von 3.499,38 €

TOP 5 Entlastung des Vorstands

Hermann Kaiser berichtet von der Kassenprüfung und beantragt die Entlastung des gesamten Vorstands. Die Entlastung wurde bei 4 Enthaltungen des Vorstands einstimmig erteilt.


TOP 6 Wahl des Kassenprüfers

Die Kassenprüfer Hermann Kaiser und Detlev Dragan wurden wieder gewählt. Herr Diehl dankt beiden Herren für Ihre Bereitschaft dieses Amt erneut zu übernehmen.

TOP 7 Bericht über die Zähljagd vom 04.02.12
Der Vorstand verteilt eine Übersicht über die Ergebnisse der letzten 4 Zähljagden und eine Aufstellung über die Veränderungen der Zählergebnisse von Zähljagd zu Zähljagd.
An der Zähljagd am 04.02.12 beteiligten sich auch 3 Ratsmitglieder der Stadt Beverungen ( 3 Mitglieder des Rates waren kurzfristig verhindert ) und eine Vielzahl Freiwilliger Treiber und Zähler. Herr Christoph Kieneke bedankte sich bei diesen für den engagierten Einsatz.
Herr Diehl bedankt sich bei Carl-August Schübeler für seine Initiative zur Einladung der Ratsmitglieder.
Herr Diehl erläutert die Zahlen im einzelnen und berichtet die notwendigen Korrekturen des Zählergebnisses z.B. durch Doppelzählungen; so sind allein in der Gruppe II insgesamt 50 Stück Sikawild im Anschluß an die Zählung bei der Auswertung herausgenommen worden. Er geht auch auf die Abweichungen aus dem Ergebnis der Zählzettel und einer selbst verfassten Zusammenfassung in der Gruppe I ein und kommt nach allen Korrekturen auf einen plausiblen Bestand von 151 Stück Sika im gesamten Bewirtschaftungsgebiet. Er erläutert, dass sich der Vorstand erhebliche Mühen gemacht habe, um seiner Verantwortung für den Gesamtbestand im Bewirtschaftungsgebiet gerecht zu werden, d.h. einen realistischen Bestand zu ermitteln, der eine sachdienliche Grundlage für einen Abschußvorschlag für das gesamte Bewirtschaftungsgebiet ergeben sollte.

Dieser Bestand wurde mit insgesamt 38 Hirschen, 74 Alt- und Schmaltieren und 39 Kälbern ermittelt.

TOP 8 Abschussplanung und Besprechung

Aufgrund des von ca. 100 auf ca. 150 Stück erhöhten Bestandes, müssen deutliche Eingriffe insbesondere im weiblichen Bestand durchgeführt werden, um die Reproduktionsfähigkeit des Bestandes zu begrenzen und für einen gesunden Sikabestand zu sorgen. Darüber hinaus ist auf die Altersstruktur zu achten.
Deshalb soll im kommenden Jagdjahr bei einem zu erwartenden Zuwachs von 70%, der Abschuss von bisher 37 Stück auf 61 Stück erhöht werden.
In der Gruppe I sollen 25 Alt/Schmaltiere, 10 Kälber und 3 abnorme Hirsche, also insgesamt 38 Stück Sika erlegt werden.
Die Gruppen II und III werden zusammengefasst. Hier sollen insgesamt 10 Alt/Schmaltiere, 10 Kälber und ebenso 3 abnorme Hirsche, also insgesamt 23 Stück Sika erlegt werden.
Die Hirsche sollen dabei nicht in die Altersklassen sondern allein auf Grund ihrer Unregelmäßigkeit erlegt werden, damit diese Unregelmäßigkeiten sich nicht weiter auf den Bestand auswirken können.
Dieser Vorschlag enthält eine sehr anspruchsvolle Aufgabe für die Jäger und gleichzeitig den Verzicht auf einen größeren Hirschabschuß, weil einerseits das Geschlechterverhältnis dringend verbessert werden muss und andererseits die für den Bestand und eine geordnete Brunft notwendigen wirklich alten Hirsche erreicht werden sollen.

In der folgenden Diskussion fragt Herr Knipping nach, ob die Zusammenlegung der Gruppen II und III sinnvoll ist. Herr Diehl erläutert, dass der Vorstand die Flexibilität für die Gruppen, insbesondere für die Gruppe III erhöhen möchte, da damit zu rechnen sei, dass der Jagddruck in den Kernrevieren zu einer Wanderung in die Randreviere zur Folge haben werde.

Die Gruppenfreigabe soll ab November vorgezogen werden, damit die erhöhten Abschussfreigaben erfüllt werden können.

Herr Rose erläutert die Rechtsgrundlage für den Gruppenabschuss. Im Landesjagdgesetz sei keine Gruppenfreigabe vorgesehen. Diese könne nur auf freiwilliger Basis innerhalb des Hegerings erfolgen. Da 2 Reviere nicht mehr in der Hegegemeinschaft sind, erstellen diese ihren eigenen Abschussplan und reichen diesen über die Stadt beim Kreis ein. Herr Diehl weist darauf hin, dass dies der Normalzustand für alle Reviere sei, die eigene Abschußpläne vorlegen müßten. Es sei aber gute Übung, dass die Entscheidung der Unteren Jagdbehörde und des Jagdbeirates sich an den Vorschlägen der Sikahegegemeinschaft orientierten. Diese Übung gelte auch bei anderen Hegeringen für Schalenwild in der Bundesrepublik.

Herr Haase dankt allen Teilnehmern der Zähljagd und wünscht sich eine Fortführung der Zähljagden um zuverlässiges Zahlenmaterial an die Hand zu bekommen. Er berichtet über die Waldschäden in den Wäldern des Stadtwaldes in der Gruppe I. Er erläutert seine Vorstellungen wie folgt:
In der Gruppe I müssen 87 Tiere erlegt werden, um möglichst schnell auf einen Bestand von ca. 120 Stück im gesamten Bewirtschaftungsgebiet zu kommen.
Dieser Abschussvorschlag ist mehr als doppelt so hoch wie der von der Hegegemeinschaft vorgeschlagene Abschuss von 38 Stück in der Gruppe I.
Herr Diehl führt aus, dass der Plan der Stadt für die Kernreviere der Gruppe I sich aus der selbst erstellten Zusammenfassung der Pächter der Gruppe I rechnerisch ergibt, wenn man eine Reproduktion in Höhe von 80 % der im Frühjahr vorhandenen Alt- und Schmaltiere unterstellt. Die Sikahegegemeinschaft Weserbergland habe aber stets auf Grund ihrer konkreten Erfahrung in den Revieren mit einer Reproduktionsquote von 70% gerechnet, das habe sich als realistisch erwiesen. Wie vorher dargestellt, sei das von den Pächtern zusammengefasste Zählergebnis der Gruppe I aber - wie bei allen anderen Zählergebnissen auch- zu plausibilisieren. Man käme dann auf das Ergebnis von 85 Stück Sikawild. Der Vorschlag der Hegegemeinschaft würde bei einem Abschuß von 38 Stück Sikawild in der Gruppe I schon einen erheblichen Eingriff in den Bestand bedeuten, selbst wenn man das Zählergebnis nicht korrigiert. Er stimmt dem Bürgermeister ausdrücklich darin zu, dass der Bestand in den beiden Kernrevieren nicht nur aus forstlichen Gesichtspunkten auf Grund der Konzentration auf der Revierfläche von zusammen 530 Hektar und des großen Rudels, das nicht den Richtlinien entspräche und erhebliche Schäden verursache, reduziert werden müsse. Dies bedeute aber nicht zwingend, dass der Gesamtbestand der Sikas reduziert werden müsse, wenn sich die Tendenz fortsetzen sollte, dass die Sikas sich auf Flächen außerhalb des Bewirtschaftungsgebietes ausdehnen sollten. Sikas seien als Wild sehr zu begrüßen, sie würden bei einer richtigen Wilddichte relativ wenig Schäden verursachen und seien, wie die Forschungsstelle des Landes erneut festgestellt habe, sehr resistent gegen Parasitenbefall und Infektionskrankheiten. Für den Fortbestand des Vorkommens mit der sehr seltenen und daher bedrohten Art sei ein Gesamtbestand von 80 bis 120 eher zu gering und daher nur in Relation zu dem Bewirtschaftungsgebiet richtig. Dennoch könne eine Konzentration wie in den Revieren der Gruppe I nicht unterstützt werden. Für die übrigen Reviere des Bewirtschaftungsgebietes ergebe sich dagegen keine übertriebene Konzentration des Wildes.

Herr Rose führt aus, dass es sich bei den Abschusszahlen für weibliches Wild, um Mindestabschusszahlen handelt. Diese können um 20% überschossen werden.

Herr von Köckritz schlägt vor, keine schnelle Reduktion des Bestandes vorzunehmen, sondern ihn langsam abzubauen.

Herr Hake übernimmt den zurückgezogenen Vorschlag von Carl-August Schübeler und schlägt vor, statt je 3 Hirsche für Gruppe I und Gruppe II/III, 4 Hirsche für Gruppe I und 2 Hirsche für Gruppe II/III freizugeben. Auf Rückfrage bestätigt Herr Hake, dass er in diesem Zusammenhang dennoch für eine Gruppenfreigabe ab Anfang November stimme. Herr Diehl erläutert, dass der Vorstand die Gruppenfreigabe ab Anfang November auch deshalb vorschlage, damit die Gruppe I wie im auslaufenden Jagdjahr erneut zusätzlich Hirsche in Relation zu den Gesamtbeständen erlegen könne, wenn diese von den anderen Gruppen nicht erlegt worden seien. Anfang November sei dann ausreichend Zeit zur Erreichung des Abschußplanes.
Herr Diehl stellt den Antrag von Herrn Hake zur Abstimmung. Der Vorschlag wird bei 6 Ja Stimmen mit 12 Gegenstimmen abgelehnt.

Der vorher erwähnte Vorschlag der Hegegemeinschaft wird anschließend mit 21 Ja Stimmen, 2 Enthaltungen und 1 Gegenstimme angenommen.


TOP 9 Verschiedenes

Die Bläser blasen „Sika tot“
Herr Ewen fragt nach, ob der körperliche Nachweis des erlegten Wildes für die Gruppe I noch durchgeführt wird. Der Nachweis wird befürwortet und soll unverändert für das gesamte Bewirtschaftungsgebiet gelten.

Sika Hirschkälber brauchen unverändert nicht vorgezeigt werden.

Da bisher 3 Personen, bei denen die Vorlage erfolgen konnte, in Blankenau wohnen, ergab sich eine für viele Jäger unbequeme Konzentration an einem Ort. Herr Knipping hat den Vorstand darauf hin gebeten, ihn nicht mehr vorzuschlagen. Herr Diehl dankt Herrn Knipping für seine Tätigkeit und ergänzt, dass der Vorstand mit Rücksicht auf die ohnehin umfangreichen Tätigkeiten von Herrn Knipping für die Jägerschaft in Beverungen mehr als nur Verständnis für diese Entscheidung habe. Der Vorstand habe daher überlegt, dass erneut ein Jäger aus Drenke als 4. Person passend sein könnte. Ludwig Becker habe sich bereit erklärt, diese Aufgabe zu übernehmen.

Zur Ausstellung des Erlegungsnachweises sind folgende Personen bestätigt bzw. neu hinzugekommen:
Matthias Wolff
Christoph Kieneke
Hubertus Kieneke
Ludwig Becker
Die 4 Herren werden einstimmig bestätigt.

Christoph Kieneke bespricht 4 Sika Trophäen des letzen Jahres. Besondere Erwähnung findet der Hirsch der Gruppe III, der ein Hirsch der Klasse I sei. Ludwig Becker hat diesen Hirsch erlegt, nachdem die Polizei auf den kranken Hirsch aufmerksam geworden sei. Der Hirsch ist nach gemeinsamer Besichtigung mit Herrn Kieneke und Herrn Diehl von Herrn Becker dem Veterinäruntersuchungsamt zugeleitet worden. Der Hirsch habe an einer akuten eitrigen Gelenk- und Sehnenscheidenentzündung gelitten und war durch die Brunft stark abgekommen, er wog nur 50 Kg. Es wurden jedoch keine krankhaften Gewebeveränderungen festgestellt, auch der anfängliche Verdacht einer Fettleber habe sich nicht bestätigt.
Herr Kieneke erläutert, dass offensichtlich die Brunft lange bis weit in den November gedauert habe, und dass die Hirsche stark durch die Brunft mitgenommen werden und daher nach der Brunft kaum zu sehen seien. Dies sei auch ein Hinweis auf das ungesunde Geschlechterverhältnis des Bestandes.
Die Trophäen der Gruppe I können erst bei der Hegeschau der Kreisjägerschaft beurteilt werden.

Peter Wederhake erklärt dass nun auch in Beverungen die Meinung "Wald vor Wild" angekommen sei. Leider haben der Bürgermeister Haase sowie Herr Finke die Sitzung bereits verlassen.
Trotzdem sollten sich alle Beteiligten die von der Stadt Beverungen in der Agenda 21 festgelegten Punkte wie Wildruhezonen, Besucherlenkung, Verbissgehölze oder Randstreifenbepflanzungen in Erinnerung rufen!
Nur mit erhöhten Abschussforderungen (Jagddruckerhöhung) könne keine ordentliche Wildbewirtschaftung erfolgen.
Auch der Forst könne durch geeignete Maßnahmen gegen einen erhöhten Wildverbiss im Wald mithelfen!
Betreff : Abschussantrag 2012/13
Die Sikahegegemeinschaft Weserbergland schlägt laut Sitzung vom 08.03.2012 folgende Abschüsse vor:
Gruppe 1 insgesamt 38 Stück. Gruppe 2 und 3 zusammen insgesamt 23 Stück.
Gruppe I Gruppe II und III
1 Hirsch Klasse 1 1 Hirsch Klasse 1
1 Hirsch Klasse 2 1 Hirsch Klasse 2
1 Hirsch Klasse 3 1 Hirsch Klasse 3
16 Alttiere 6 Alttiere
9 Schmaltiere 4 Schmaltiere

Bei den Hirschen sollen nur abnorme (nicht dem Hegeziel entsprechende) erlegt werden!!
Ab dem 01. November sollen alle noch nicht getätigten Abschüsse für alle Reviere des Bewirtschaftungsgebietes freigegeben werden!

Da keine weiteren Wortmeldungen mehr vorliegen, schließt Herr Diehl mit Dank an alle Anwesenden und die Beiträge die Versammlung um 22.05 h.